Germanen- und Keltengebiete in Deutschland.

Fragen zur Geschichte und Archäologie des griechisch-römischen Altertums

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Germanen- und Keltengebiete in Deutschland.

Beitragvon Laptop » Di 17. Mär 2020, 08:13

Ich habe die Definition von Kelten und Germanen so im Gedächtnis, daß man die Völker links des Rheins und unterhalb des Maines als "Kelten" bezeichnete. Nun lese ich auf Wikipedia eine andre Definition, nach der alle rechtsrheinischen Völker von Poseidonius (und später auch Caesar) als Germanen bezeichnet wurden, d. h. auch die Südmainigen. Was stimmt nun? Ist Süddeutschland Keltengebiet oder Germanengebiet?

Die Verwendung des Begriffs Germanen für die östlich des Rheins siedelnden Stämme ist erstmals vom griechischen Geschichtsschreiber Poseidonios um das Jahr 80 v. Chr. überliefert. Als Kelten wurden pauschal die westlich des Rheins lebenden Stämme bezeichnet. Endgültig eingeführt wurde dieses Schema von Gaius Iulius Caesar. Als Tacitus seine Germania schrieb, war dies eine als neu bekannte, aber bereits übliche Bezeichnung.
( Quelle: https://de.wikipedia.org/wiki/Skythen )

Heute wird die Bezeichnung "Germanen" oft als ungenau geschmäht, aber so ganz aus der Luft gegriffen kann sie nicht gewesen sein, denn es muß irgendwo eine geologische Sprachgrenze zwischen den damals keltisch-sprechenden und germanisch-sprechenden Stämmen gegeben haben. Zumindest in etwa. Die Sprachzweige sind reichlich unterschiedlich.
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Re: Germanen- und Keltengebiete in Deutschland.

Beitragvon Medicus domesticus » Di 17. Mär 2020, 10:15

Meine Vorfahren waren auf jeden Fall Kelten. Der Dürrnberg war keltisches Stammesgebiet. Später zu Zeiten des Noricum lebten bei uns die keltischen Stämme der Alaunen und südlich die Ambisonten.

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Re: Germanen- und Keltengebiete in Deutschland.

Beitragvon Laptop » Mi 18. Mär 2020, 06:47

Das mit dem Zeitrahmen mag sein, dazu bräuchte es am besten eine animierte Karte, die über einen Zeitstrahl hinweg die Bewegungen aufzeigt. Die archäologischen Funde sind ja konkrete Hinweise wer wann wo gesiedelt hat. Was mich ziemlich wundert ist, daß trotz des engen Kontaktes von Kelten und Germanen sich die Sprachen und Kulturen kaum vermischt haben und wir heute immer noch einen so deutlichen Unterschied im Wortschatz feststellen können, auch wenn man in die Vergangenheit extrapoliert.
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